Pressestimmen

Konzertkritik in den Kieler Nachrichten vom 06.09.13

”(...)man fängt eben doch an, sich zu fragen, warum diese fünf Schwestern (...) gesanglich so betörend sind. Warum man bei den Abendliedern und vertonten Nachtgedichten des Konzerts so ins Schwärmen gerät, auch wenn man kein unverbesserlicher Romantiker ist.
Vielleicht, so würde man sich antworten, vielleicht liegt das an dieser erstaunlichen Homogenität, mit der die Stimmen der Sängerinnen ineinandergleiten, sich übereinanderlegen oder in einem harmonisch vollen Chor-Satz erstrahlen. Alles fließt hier, die Modulation ist weich, aber präzise. Die Noten werden gerade ausgesungen, kaum ein Vibrato oder sonstiger Schnörkel hemmt den herrlichen Strom der Melodien. Das ist stark und sensibel zugleich, melancholisch und fröhlich, traurig und tröstend.(...)


Konzertkritik in den Nürnberger Nachrichten vom 18.06.13

“Wenn am Nachmittag der Mond aufgeht”
Das berührende Konzert mit Schwesterhochfünf aus Bamberg in der Klara-Kirche

(...) Eine Auswahl dieser schwärmerischen “Abendlieder und Nachtgedanken”, wie die Sängerinnen ihr aktuelles Programm untertiteln, vertonen Agnes, Cordula, Maria, Franziska und Monika Tschuschke in der voll besetzten Kirche mit so viel vokaler Poesie, dass sich bei vielen Zuhörern tatsächlich verfrühte Sommernachtsgefühle einstellen.
(...)
Der (Komponist Heinrich Hartl) ist beim Konzert anwesend und freut sich sichtlich über die sensible Umsetzung seiner Vertonung von “Müdes Lied”, ein berührendes Gedicht aus der Feder der von den Nazis ermordeten Jüdin Selma Meerbaum- Eisinger. Auch die verschlungene Mystik von” The moon is within me”, welches Hans Schanderl nach einem Gedicht des indischen Mystikers Kabir musikalisch umgesetzt hat, arbeiten die Schwestern genauso sensibel heraus wie das in seiner Schlichtheit berührende ungarische Volkslied “Esti dal” oder das altbekannte “Ade zur guten Nacht”.
Trotz der meist sehr eng gesetzten Mehrstimmigkeit agieren die bereits mit einem ersten Preis beim bayerischen Chorwettbewerb dekorierten Schwestern stets absolut intonationssicher und präzise, ihr eigentliches Ass ist jedoch mit stimmlicher Perfektion allein nicht zu erklären: Die Art von intuitiver Harmonie, die aus fünf Stimmen eine werden lässt. Und so geht, obwohl es draußen immer noch taghell ist, tatsächlich der Mond in der Kirche auf…
PETER GRUNER


CD-Vorstellung auf BR-KLASSIK am 03.04.13
in der Sendung CD-Box: Neuerscheinungen ausgepackt


Konzertkritik im Fränkischen Tag vom 06.11.12

Musikalisch mondsüchtig
... Gleichwohl verwunderte es mich, dass am Sonntag zu einem Programm mit Mond- und Abendliedern so viele Menschen den Harmoniesaal in Bamberg füllten, wie ich es noch bei keinem Konzert erlebt hatte; selbst der Vorraum war noch voll bis zur Treppe. Alles nur Mondsüchtige?
Viel wahrscheinlicher süchtig nach “Schwesterhochfuenf”. Warum? Vielleicht kann man es simpel sagen: Agnes, Cordula, Maria, Franziska und Monika Tschuschke singen schön und dazu schöne Lieder.
Dissonanzen, Reibungen, Schwebungen, das können sie genauso und ließen ihre Fähigkeiten darin auch in diesem Konzert hören, aber eben nur vergleichweise selten. Hauptsächlich gab es Volksweisen, zumeist aus Deutschland, in eher schlichten Sätzen, teils Auftragskompositionen für das Ensemble. Da stachen ein Brahms oder Kodaly deutlich heraus.
So ein Programm erfordert Mut, schon musikalisch. Selbst ein Laie hörte ja kleine intonatorische Abweichungen, Ansatzschwierigkeiten hie, Schärfen da, zu gewagte Ausweitungen des Ambitus oder mal ein Hauch von Brüchigkeit.
Freilich: Was wogen solche Petitessen im Vergleich mit dem Niveau, das die Fünf in eindringlich ernster Ensemblesingweise erreicht haben? Da klangen die romantischen, ja überromantischen Mond- und Abendlieder erfrischend alt in purer Klarheit und wohldosierter Hingabe. Eindrucksvoll einig, aber auch trennscharf individuell sangen die Schwestern, textinnig im Ausdruck, überzeugend in der Interpretation, unangestrengt fast immer, fern vom Simplizität, ganz nah an idealer Stimmigkeit und Evidenz. Die freie und offene, dabei jede Effekthascherei meidende Art des Auftretens, eine Art Ganzbeisichsein, erhöhte noch die Wirkung des Ensembles, das in Hans Schanderls “the moon is within me” und Siegfried Strohbachs “Du bist mein Mond” besondere dynamisch-rhythmische Gestaltungskraft bewies: ganz im Sinne der Textdichter Rückert und Tagore.
Deshalb lauschten die 300 Zuschauer, darunter vielleicht dreißig Kinder unter zehn Jahren, erstaunlich still und konzentriert. Richtig störten nur ein unsensibler Privatfotograf und ein Handyklingler. Davon ließen sich die Sängerinnen nicht aus dem Konzept bringen. Sie luden mit Kinderbettchenhits wie “Der Mond ist aufgegangen” oder “Weißt Du, wie viel Sternlein stehen” zum innerlichen Mitsingen ein und dazu, die zauberhaften Weisen, wenngleich weniger gekonnt, daheim auch einmal wieder zu wagen.


Konzertkritik in der Rhein-Lahn-Zeitung vom 06.09.12

Junge Stimmen verzaubern Kirche
Zeitweise hätte man eine Stecknadel fallen hören können, so ergriffen und gespannt lauschten die Zuhörer den Sängerinnen und Sängern der vier Vokalensembles Sjaella, Eos Ensemble, schwesterhochfuenf und Nobiles (…). Das süddeutsche Ensemble schwesterhochfuenf legte seinen Schwerpunkt auf moderne Volksliedvertonungen. (…) Mit „The Moon is within me“ von Hans Schanderl kam sogar ein eigens für das Ensemble komponiertes Stück zu Gehör. Die jungen Frauen, die tatsächlich alle Schwestern sind, konnten hier ihren ohnehin sehr homogenen und eingängigen Zusammenklang in besonderer Weise demonstrieren.

Konzertkritik in der Schwäbischen Post vom 07.05.12

Harmonisch mild
(...)Erfreulich viele Zuhörende genossen den wunderschönen a-cappella-Gesang der Gruppe Schwesterhochfünf. (...) Selbst die teils harten Dissonanzen verströmten im Klanggewand der Schwestern harmonische Milde. Die Interpretation richtete sich ganz am Miteinander aus, bei Schwestern ja nicht unbedingt zu erwarten. Auch die für das Publikum sehr ansprechende Moderation hatten die Schwestern kongenial aufgeteilt.(...)

Konzertkritik im Fränkischen Tag vom 20.05.09

Der Mut zum Risiko hat sich gelohnt
(...)Sinn für Risiko zeichnet dieses blutjunge Vokalquintett aus dem musikalischen Stamme der Tschuschkes aus, denn wer ein Rezital mit einem so anspruchsvollen Stück wie Max Regers „Er ist’s“ beginnt, muss schon davon überzeugt sein, sicher durch das Gewirr enharmonischer Verwechslungen zu finden. Das Programm ging vom schon so anspruchsvollen Reger keineswegs zu leichterer Kost über, im Gegenteil. Spätestens in Hellmut Wormsbächers Eichendorff-Vertonung „Schläft ein Lied“ und dann in den mit Sekundreibungen und Clustern arbeitenden Stücken Nystedts wurden höchste Schwierigkeitsgrade erreicht – und gemeistert!
Da mussten drei Gedichtvertonungen des Orgelromantikers Joseph Gabriel Rheinbergers wie eine Rückkehr in vertraute Gefilde wirken. Dass der ansonsten glockenreine Klang des Ensembles hier von kleinen Intonationsschwächen getrübt wurde, bilanzierte sich am Ende des Konzertes als lediglich minimaler Einwand angesichts eines bereits sehr ausgereiften, obwohl sicherlich noch weiter entfaltbaren Gesangsniveaus.
Nach der Pause erklang der Lassi-Nummi-Zyklus Einojuhani Rautavaaras. Hier zeigten die Hochfünf-Schwestern, wie souverän sie mit den haarsträubensten Harmonierückungen zurecht kommen und beeindruckten auch mit ausdrucksstarker Deklamation. (...)
Das Quintett der fünf Tschuschke-Schwestern hat sein Potential sicherlich nicht vollständig ausgereizt und lässt schon deshalb noch viel erwarten. Die erste Sopranistin dominiert mit ihrer schön timbrierten Stimme, die anderen vier ergänzen mit gewisser Zurückhaltung, jedoch insgesamt so ausgewogen, dass in der das Vokale angenehm unterstützenden Akustik der Orangerie ein niveauvoller „Hochfünf“-Abend zu genießen war.
(Martin Köhl)

Konzertkritik im Mindener Tageblatt vom 07.10.08

Homogenität mit Seltenheitswert – Fünf Schwestern betören mit Harmonik junger Meister
(...) Die Modulationsfähigkeit, der klare, natürliche und dadurch gut verständliche Sprachfluss sind die Ergebnisse profunder Ausbildung und harter Probenarbeit. Ein derartig homogener Klangkörper ist wirklich selten. Das allein macht schon ein Konzert der fünf Schwestern aus Bamberg interessant. Ihre Stimmkultur zusammen mit ihrem musikalischen Einfühlungsvermögen und einem fast völligen Verzicht auf den Einsatz des Vibratos, lassen einen warmen, ausgewogenen Gesamtklang entstehen, bei dem Zartheit und Tragkraft eine betörende Kombination eingehen. (...) Zu den überraschenden Momenten dieses Konzerts gehörte die Komposition “Mundi renovatio” des 1947 geborenen Komponisten György Orbán mit ihrer recht munteren und daher eher ungewöhnlich Rhythmik, die die Tschuschke-Schwestern mit spürbaren Vergnügen umsetzten. Bei aller Leidenschaft für die Klassiker scheinen den Fünfen doch die Arbeiten zeitgenössischer Musiker besonders am Herzen zu liegen. (Ralf Kapries)

CD-Besprechung in CLASSaktuell 2007/3

Fünf Damen, noch dazu Schwestern – das klingt nach ungewöhnlichem Marketing-Trick.(...)
Das Ensemble stellt sich auf seiner Debüt-CD mit einem weitgefassten Programm vor, das den Bogen spannt von der Renaissance über die Romantik bis hin zu selten aufgeführten zeitgenössischen Kompositionen, bei denen besonders die Werke von Orlando di Lasso, Maurice Duruflé, Franz Liszt und Petr Eben spannende Gegensätze herausstellen.
Herausragendes Merkmal des Ensembles ist ein sehr modulationsfähiger, aber immer vibratoloser Klang, mit natürlicher Sprachführung, was in der Summe zu einer faszinierenden Homogenität führt.

CD-Vorstellung im Deutschlandradio kultur am 16.06.07
im Radiofeuilleton

Man stellt sich das mit der Hausmusik ja immer ganz idyllisch vor – Vater, Mutter und Geschwister einträchtig vereint um den Flügel. Viele hoffnungsvolle Ensembles dieser Art allerdings lösen sich im familiären Gezänke auf, bevor sie richtig existierten. Nicht so in der Familie Tschuschke: fünf Schwestern, geboren zwischen 1976 und 1986 sangen schon als kleine Mädchen auf Familienfesten.
Jetzt haben sie eine CD veröffentlicht. (...) Darauf reisen die Fünf in 19 geistlichen Liedern und Madrigalen durch die Jahrhunderte. (...) Ganz alt und neu stehen also nebeneinander und einander gegenüber. Ein bisschen schade ist es da, dass der Gesang der fünf Schwestern immer ein bisschen gleich bleibend klingt, immer auch die gleiche kopfige Stimmgebung bietet. Das liegt sicher daran, dass die Schwestern hochfuenf zwar immer gesungen haben, auch Gesangsunterricht nehmen; aber eben keine professionellen Sängerinnen sind.
Den Charme dieser Aufnahme macht dafür aber die besondere Homogenität des Gesangs aus. Der kommt hörbar aus einer Familie – und das hat man ja auch nicht alle Tage!

CD-Vorstellung im SWR 2 am 19.06.07
in der Sendung SWR 2 am Morgen

CD-Vorstellung im Hessischen Rundfunk 2 am 19.05.07
in der Sendung Mikado special

Konzertkritik im Göttinger Tageblatt vom 04.11.06

Hold wie Baisergebäck – „schwesterhochfuenf“ in St. Marien
(...) Die Schwestern schultern sogar gemäßigt Modernes, nämlich Petr Eben, György Orbán oder Maurice Duruflé, das ist zu loben. Sie sangen Liszt, das „Ave Maria“, auch das funktionierte, so als haben sie es schon an der Wiege gesungen bekommen.
Die Stimmen klingen frisch und fragil, das Timbre ist knabenhaft leicht, die fünf phrasieren mit, versteht sich, anmutig-ungelenker Sensibilität, die Soprane zeigen flutenden Vortrag, wo es um etwas geht.
Man sagt nicht Schlimmes: Die Schwestern singen schön, beim Interpretieren bedarf’s noch des Zuwachses. Schütz‘ „Kleine geistliche Kantaten“ faszinierten, sie schwebten hold wie Baisergebäck.
(Thomas Röllig)


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